Frame Games

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… willenlos, eingespannt, eingehängt, … oder – Hoffnung, Vision und Zugang zu einer anderen Welt.
Was lockt in der materiellen Welt, wenn nicht der goldene Rahmen der uns ständig gefangen hält?
So hängend fragen wir: „Was habe ich davon? Was habe ich dafür hergegeben, was verloren?“
… aber in unserer Erinnerung sind wir Zauberer, Hexen, Kriegerinnen und Jäger
… hinter unseren Mauern, ganz tief, liegen unsere magischen Kräfte,
die Altes sterben lassen und Neues schaffen.

Der Rahmen dieser Theaterproduktion wirkt wie eine Lupe auf das Versteckte in jedem Menschen, das hinter den Fassaden der Gesellschaft nach Befreiung schreit.

Alles im Rahmen, was aus dem Rahmen fällt . . .

Eine ruhige Videoprojektion nimmt das Publikum mit auf eine Reise, über lange Straßen, durch leere Gebäude – Eindrücke einer entrückten Welt, der Welt von Frame Games. Die Zeit, die ausserhalb des Stückes hurtig vergeht, wird mit diesem Film sanft angehalten.

Aus dieser Welt taucht eine Gruppe Reisender auf. Fackeln und einige andere brennende Utensilien begleiten den Zug. Es sind Gestalten, die fremd sind, irgendwie, und vertraut, auch irgendwie, und die normalerweise vorrüberrauschen würden, so sehr scheinen sie aus der Zeit gefallen zu sein.

Ein Knall bricht die Stille, lässt die Leinwand fallen und öffnet den Blick auf die Rahmen, die mit einem Sog die Protagonisten in sich hinein zieht. Es entwickelt sich in ihnen faszinierendes Spiel, dass Bilder der Erinnerungen, Gedanken und Träume der Charaktere auftauchen und verschwinden lässt.

Die Rahmen, als Analogie zum "zivilisierten System" der Wohlstandsgesellschaft, uns beschützend und hervorhebend, jedoch gleichzeitig eingrenzend und beschränkend.
Was lockt in der materiellen Welt, wenn nicht der goldene Rahmen, der uns konstant gefangen hält? Wie weit können wir uns aus diesen Rahmen lehnen ohne hinaus zu fallen? Was geschieht, wenn wir aus ihm herausbrechen… Oder gar alles aus dem Rahmen zu fallen droht und wir letztendlich herausgestoßen werden.

In einem Mix aus Pantomime und Schauspiel und ganz ohne Worte füllen die Protagonisten die vier Rahmen mit poetischen Bildern, um dann und wann in furiosem Tanz und unbeschwert eleganter Stelzenartistik aus ihnen heraus zu brechen…

"Diese Theaterproduktion wirkt wie eine Lupe auf das Versteckte in jedem Menschen, das hinter den Fassaden der Gesellschaft nach Befreiung schreit, heisst es in der Ankündigung der Frame Games. Es ist ein Glück, dass Bernhard Bub, der Regisseur, statt der Lupe eine Art Zauberstab zur Hand genommen hat…"
(Frankfurter Rundschau, 09. August 2006, Feuilleton)


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