Orlando Furioso

 

Orlandos Geist erwacht und belebt die Kulissen einer Filmtruppe, die den Versuch macht, eine wichtige Szene aus Ludovico Ariostos „Orlando Furioso“ aufzunehmen. Die ariostesque Schöpfung, genährt in jener Zeit von Liedern und mittelalterlichen Sagen, tritt hier unter Formen zeitgenössischer Symbole in Erscheinung, wenn eine Strassentheatergruppe ihre Funktion verdoppelt und gleichzeitig als Filmtruppe agiert.

Plötzlich wissen die Zuschauer nicht mehr, ob das Monster, welchem Angelica geopfert werden soll, die Filmkamera ist – die neue Göttin –, die einem Proteus des heutigen Tages gleicht, oder ob es sich um ein erbärmliches Seebiest handelt, das, obgleich riesig und hungrig, aus einem Plastikmeer zum Vorschein kommt. Während man die ariostesquen Oktaven hört, erscheint Orlando reitend im feurigen Flug auf der Traumfigur des Hippogryphen.

Monster explodieren in pyrotechnischen Effekten; Film, Theater und Television kämpfen gegeneinander in einem Kampf der Sprachen, aus dem erfolgreich das Theater herauskommt.