Time Out

Der Mensch in unserer modernen Welt wird getrieben von Forderungen, flexibel und schnell und immer noch besser zu sein. Eine potenzierte Beschleunigung steht der Entschleunigung entgegen. Das Gegenteil von “immer erreichbar sein und immer sofort (re)agieren” ist die Auszeit, das Innehalten: Time Out!

In welcher Zeit leben wir? Was bestimmt den Rhythmus unseres Lebens?

Die Uhr tickt. Scheinbar wird heutzutage alles in Zeit und Effektivität gemessen. Wir spüren, dass diese Kurzfristigkeiten mehr zerstören und verwirren, als dass sie nachhaltig nutzen. Wir rennen wie Getriebene durch den Alltag, sind scheinbar verpflichtet dies zu tun, um ein gutes Leben zu führen … Hier setzt diese antagon-Produktion an.

Zum Ablauf: Das Stück entwirft zunächst eine Welt, in der die Menschen in ihren Zeitgefängnissen leben. Die Zuschauer erleben die Geschichte des Kampfes zwischen Pacha Mama (die für einen archaischen Lebensentwurf steht und Zeit als Moment des Lebens begreift) und dem Gott des Stresses (der schon längst Sklave einer Maschine  geworden ist, die Sekunden, Minuten und Stunden zählt). In seinem Stressturm bekämpft er Pacha Mama, diese spirituelle Person, und scheint mit seiner Gewalt zunächst zu gewinnen. Der Zuschauer erlebt in diesen 70 Minuten, wie eine Vision zu leben beginnt, in der Pacha Mama am Ende mit all ihren Kräften und neu gewonnenen Mitstreitern den Weg öffnet, der dem Menschen wieder in Einklang mit seiner Zeit bringt.

Es geht um Gefühle, denen wir in Zukunft wieder begegnen wollen. Einer Sehnsucht nach vielleicht längst vergangenem Grundsätzlichem – oder liegt es noch vor uns? Wo endet der Traum, wo beginnt die Realität?  Die Handlung in “Time Out” lässt Realität und Illusion miteinander verschmelzen und führt den Zuschauer in einen phantastischen Raum. Die Vision einer entrückten Welt, die Suche nach der verlorengegangenen Spiritualität und die Jagd nach dem Glück – all das umschreibt antagon in “Time Out” durch expressives Körpertheater, mit eigens komponierter Livemusik, Projektionen, Stelzen, Elementen des Butho-Tanzes, spektakulären pyrotechnischen Effekten und einem finalen Feuergemälde.

70 Minuten bewegendes Theater in gewohnter antagon-Qualität. 70 Minuten in einer anderen Zeit.

Im Juli 2012 bespielte antagon den Prager Wenzelsplatz. Es war ein historischer Moment, denn nach sehr langer Zeit wurde auf diesem wichtigen Platz in der Tschechei wieder Theater im öffentlichen Raum gezeigt. Bernhard Bub, künstlerischer Leiter des Ensembles, war selbst sehr berührt: „Bei leichtem Nieselregen war der Platz dennoch voll. Über 2000 Zuschauer kamen zu dieser Premiere.”

Bühnenanweisungen zur Vorbereitung der Auftritte senden wir gern auf Anfrage!